Warum die meisten Unternehmen nach einer Akquisition aufhören und wie M&A wiederholbar wird

Für die meisten Unternehmen ist die erste Akquisition zugleich die letzte. 62 % aller Käufer in unserem Datensatz mit mehr als 1,6 Mio. erfassten Akquisitionen haben genau einen Deal getätigt. Von ihnen waren in den letzten zwei Jahren nur 11 % erneut als Käufer aktiv.
Unser Industry Report M&A als System kommt zu einem klaren Ergebnis: Systematische Käufer unterscheiden sich vom Rest weniger durch Kapital als durch Organisation. Dieser Artikel zeigt, was Unternehmen nach dem ersten Deal bremst und welche Bausteine M&A wiederholbar machen.
Dieser Artikel greift ein Kapitel heraus. Der vollständige Report beleuchtet zusätzlich die Rolle der Finanzinvestoren, die geografischen Hotspots des M&A-Marktes, den Ausblick auf das nächste Jahr und die Einschätzungen von sechs M&A-Fachleuten. Für mehr Insights laden Sie den Report M&A als System hier kostenlos herunter.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Warum geringe Akquisitionsaktivität oft keine bewusste Entscheidung ist
- Welche Hürden M&A-Fachleute nach dem ersten Deal sehen
- Warum systematisches M&A kein großes M&A-Team voraussetzt
- Fünf Bausteine, die Sie ohne Umbau Ihrer Organisation einführen können
Ein Deal, dann Stille
Wie oft Unternehmen erneut zukaufen
| Gruppe | Kennzahl |
|---|---|
| Käufer mit genau einer Akquisition | 62 % aller Käufer |
| Davon in den letzten zwei Jahren erneut aktiv | 11 % |
| Strategische Käufer, aktiv in den letzten zwei Jahren | 55 % |
| Käufer mit systematischem M&A-Ansatz | 8 % |
Das ist eine Beobachtung, keine Wertung. Für viele Unternehmen ist es sinnvoll, M&A nur selektiv einzusetzen. Entscheidend ist, ob die geringe Aktivität eine bewusste strategische Entscheidung ist oder ob M&A als Wachstumsoption schlicht nie systematisch geprüft wurde. Selbst regelmäßig akquirierende Unternehmen sehen das selbstkritisch:
„Wir gehören selbst zu den Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren nur vier Akquisitionen gemacht haben. Das ist eigentlich auch deutlich zu wenig.“ Dr. Dirk Pramann, Mition GmbH Mittelstandsbeteiligungen
Was Unternehmen nach dem ersten Deal bremst
Die sechs befragten Fachleute nennen als Hauptursache nicht Kapital oder Finanzierungsspielraum, sondern Ressourcen, Prozess-Know-how und Managementkapazität. Drei Hürden stechen heraus.
Hürden für weitere Zukäufe aus Sicht der Fachleute
| Hürde | Einschätzung |
|---|---|
| Angst vor gescheiterter Integration | „Nach meiner Einschätzung ist die Angst, dass diese Integration nicht funktioniert, noch größer als die Sorge vor Broken-Deal-Kosten.“ Dirk Sachse, CFN Corporate Finance Nord |
| Abschlussfähigkeit | „Ich glaube, dass deutlich mehr Unternehmen im Prozess sind, aber nur die wenigen tatsächlich zu einem Deal kommen.“ Dr. Dirk Pramann, Mition |
| Ressourcen | „Ein strukturierter M&A-Prozess erfordert Ressourcen, die oft nur größere Käufer aufbringen können oder wollen.“ Jens M. Wellbrock, Renneberg |
Ein Punkt kam mehrfach auf, der in den Daten selbst nicht sichtbar ist: Es scheitert weniger am Willen als an der Abschlussfähigkeit.
Größe hilft, entscheidet aber nicht
Strategische Käufer erzielen im Schnitt rund das 4,5-Fache des Umsatzes opportunistischer Käufer. Gleichzeitig sind sie im Durchschnitt nur etwa halb so alt. Systematisches M&A ist also keine Frage langer Unternehmenstradition, und Größe und Akquisitionsaktivität dürften sich gegenseitig verstärken.
„Wer M&A als wiederholbaren Wachstumskanal beherrscht, kann Größe deutlich schneller aufbauen.“ Daniel Funk, CEO & Co-Founder, CVT Partner
Die zentrale Erkenntnis des Reports: Systematisches M&A ist kein Privileg der größten oder kapitalstärksten Unternehmen. Es ist vor allem eine Frage der Strukturen, die ein Unternehmen dafür schafft, und diese Strukturen lassen sich gezielt aufbauen.
Fünf Bausteine für einen wiederholbaren M&A-Prozess
Von Einzeltransaktionen zum kontinuierlichen Prozess
| Baustein | Was das in der Praxis heißt | Wo Sie anfangen |
|---|---|---|
| Klare Verantwortlichkeiten | M&A hat einen benannten Owner, statt Nebenaufgabe für den zu sein, der gerade Kapazität hat | Verantwortung für Pipeline und Prozess festlegen |
| Definierte Akquisitionskriterien | Zielgrößen-Korridor, Regionen und Teilmärkte, Muss- und Ausschlusskriterien, Preisobergrenze | Auf einer Seite festhalten |
| Kontinuierlich gepflegte Target-Pipeline | Targets sind bekannt, bevor ein Verkaufsprozess startet, nicht erst mit dem Anruf eines Beraters | Longlist für das Kernsegment aufbauen |
| Feste Taktung | Pipeline und Markt werden regelmäßig geprüft, unabhängig von laufenden Deals | Quartalsweiser Review von Targets und aktiven Wettbewerbern |
| Vorab geklärte Entscheidungswege | Es ist klar, wer was entscheidet, bevor eine Opportunität eingeht | Festlegen, wie schnell geprüft wird, etwa innerhalb von fünf Arbeitstagen |
Der Ausgangspunkt ist dabei nicht zwingend ein größeres M&A-Team. Entscheidend ist, M&A aus dem Modus einzelner Transaktionen in einen kontinuierlichen Prozess zu überführen. Wie weit Sie gehen, ist eine Frage des Ambitionsniveaus. Manche Fachleute empfehlen, die Transaktionsdisziplin von Private Equity zu übernehmen. Am weitesten geht Hendrik Rathje, Partner bei Möhrle Happ Luther:
„M&A als Geschäftsbereich aufbauen, so wie man einen strategischen Vertrieb aufbaut.“ Hendrik Rathje, Partner, Möhrle Happ Luther
Die eigentliche Herausforderung: das System am Laufen halten
Die eigentliche Herausforderung beginnt oft nach dem Aufsetzen. Systematik muss im Alltag aufrechterhalten werden: Märkte beobachten, Target-Universen aktuell halten, Veränderungen bei Unternehmen und Wettbewerbern früh erkennen. Genau hier können daten- und KI-gestützte Lösungen einen strukturellen Unterschied machen, indem sie Informationen, die bisher manuell recherchiert und zusammengeführt wurden, laufend verfügbar machen, unabhängig davon, ob gerade ein Prozess läuft. Technologie ersetzt nicht die strategische Entscheidung. Sie macht einen definierten M&A-Ansatz mit vertretbarem Aufwand dauerhaft tragfähig.
Den vollständigen Industry Report herunterladen
Der vollständige Report enthält die komplette Käuferanalyse, die Rolle der Finanzinvestoren, die regionalen Hotspots, den Ausblick auf das nächste Jahr und alle sechs Experteneinschätzungen. Für mehr Insights laden Sie den Report M&A als System hier kostenlos herunter.

Häufig gestellte Fragen
Wie viele Unternehmen tätigen nur eine Akquisition?+
62 % aller Käufer im StrategyBridgeAI-Datensatz haben genau eine Akquisition getätigt. Nur 11 % von ihnen waren in den letzten zwei Jahren erneut als Käufer aktiv.
Warum hören Unternehmen nach dem ersten Zukauf auf?+
Die für den Report befragten Fachleute nennen Ressourcen, Prozess-Know-how und Managementkapazität statt Kapital. Als zentrale Hürden gelten die Angst vor einer gescheiterten Integration und die Fähigkeit, einen Deal tatsächlich abzuschließen.
Braucht systematisches M&A ein großes M&A-Team?+
Nein. Laut Report ist der Ausgangspunkt nicht zwingend ein größeres Team, sondern klare Strukturen: Verantwortlichkeiten, definierte Kriterien, eine gepflegte Target-Pipeline, eine feste Taktung und vorab geklärte Entscheidungswege.
Welche Bausteine hat ein systematischer M&A-Prozess?+
Klare Verantwortlichkeiten, definierte Akquisitionskriterien, eine kontinuierlich gepflegte Target-Pipeline, eine feste Review-Taktung und Entscheidungswege, die vor dem Eingang einer Opportunität geklärt sind.
Sind Serial Acquirer vor allem große, etablierte Unternehmen?+
Sie sind im Schnitt größer, mit rund dem 4,5-Fachen des Umsatzes opportunistischer Käufer, aber auch nur etwa halb so alt. Systematisches M&A kann schon früh Teil der Wachstumsstrategie werden.
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